Während fünf Wochen durften wir das wunderschöne Land Oman bereisen und die Natur, die Kultur und vieles mehr kennenlernen. In keinem anderen Land haben wir so viel Auseinandersetzung mit der Religion, dem Alltag der Menschen und deren Werte erlebt. Es ist so gegensätzlich zu vielen unserer europäischen Ansichten, und der Einfluss der Religion im täglichen Leben ist im Oman allgegenwärtig und wirkt authentisch.
Es ist eine wertvolle Erfahrung, die uns viele neue Perspektiven eröffnet hat und die wir mit Dankbarkeit in unser Leben mitnehmen.
Ein Land, das zum Staunen anregt
Die Vielfalt der Natur hat uns abermals zum Staunen gebracht: Wüste, Meer, Berge, Wadis, der Oman hat auf kleinem Raum unglaublich viel Natur zu bieten und beeindruckt damit immer wieder aufs Neue.
Auch der Umgang mit der Natur ist anders als bei uns. So schön die Landschaft ist, desto schmerzhafter ist es zu sehen, wie sie teils stark verschmutzt ist. An wunderschönen Orten, ohne Menschen weit und breit, liegen hunderte Plastikflaschen, unzählige Deckel, Chipstüten usw., verteilt über kilometerlange Strände, in Dörfern oder entlang von Wegen.
Ein Bild, das wir aus der sauberen Schweiz so nicht kennen. Bei jedem Einkauf werden die Waren in kleine Plastiktaschen gepackt, und genau diese sieht man später oft wieder: auf den Strassen oder an idyllischen Picknickplätzen.
Ein Strand wie aus dem Bilderbuch, fünf Kilometer lang: Nach jedem Kilometer sahen wir entweder eine tote Schildkröte, einen toten Vogel oder einen toten Rochen. Daneben: Plastik und Abfall, soweit das Auge reicht.
Eigentlich war der Plan gewesen, dort zu übernachten. Aber wir konnten es nicht mit uns vereinbaren, neben toten Tieren und Müll zu campieren.
Es lag so offensichtlich da, ein Spiegelbild unserer heutigen Gesellschaft, eines der aktuellen Probleme.
Ja, wir wollten einen sauberen, schönen Platz ohne Müll, ohne tote Tiere. Und wer will das nicht?
Solche Bilder sind uns immer wieder begegnet. Nicht immer so ausgeprägt, aber doch mit viel Abfall und immer wieder toten Tieren.
Zu sehen, was wir diesen Tieren antun mit unserem Verhalten, unserem Konsum und unserem Umgang mit Ressourcen, hat uns sehr zum Nachdenken angeregt.
Ein kleiner Schritt
Um aktiv zu werden statt uns nur zu ärgern, haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, bei jedem Ort, an dem wir übernachteten, zuerst Müll zu sammeln und einen Abfallsack zu füllen. Der war meist schon nach wenigen Minuten voll, so viel lag herum.
Auch verzichteten wir bewusst auf Plastiktaschen in den Supermärkten.
Andere Reisende gingen noch weiter: Sie wandten sich per E-Mail an die omanische Regierung, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen und erhielten prompt eine Antwort.
Einerseits konnten wir so konkret etwas für die Natur und die Tiere tun, andererseits waren wir auch ein kleines Vorbild für die lokalen Menschen. Ein kleiner Schritt aber eben in eine gute Richtung.
Diese Reise hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, der Natur Sorge zu tragen. Und dass jeder und jede etwas beitragen kann, mit den eigenen Möglichkeiten, mit der verfügbaren Energie und Motivation. Manchmal ist es mehr, manchmal weniger. Aber wenn alle überall einmal mehr und einmal weniger ein bisschen mithelfen, dann tun dies eben alle, überall, ein bisschen.Und so wird es, Schritt für Schritt, ein bisschen besser, schöner, natürlicher, friedlicher, stimmiger.
Diese Erfahrungen bestärken mich noch mehr in meinem Tun: Produkte zu schaffen, die wiederverwendbar sind, die Ressourcen schonen und helfen, unsere Welt ein kleines Stück besser zu machen.